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Anke Dillender: Erfahrungen von professionellen Helfern und Helferinnen im Umgang mit Tod und Sterben: Erfahrungen von Krankenschwestern beim ersten und wichtigsten erlebten Todesfall im beruflichen Bereich

Zusammenfassung

Es ist sehr wichtig zu erfahren, wie Krankenschwestern den ersten und für sie wichtigsten Todesfall erlebt haben, denn sie werden von Berufswegen immer wieder mit dem Tod konfrontiert, sie treten als Sterbebegleiter immer mehr in den Vordergrund. Viele Krankenschwestern entwickeln Abwehrstrategien, um ihre Gefühle der Unsicherheit, Hilflosigkeit und Frustration bewältigen zu können. Probleme für das Pflegepersonal im Umgang mit Tod und Sterben sind das eigene Selbstverständnis, der Arbeitsstil, der auf entschlossenes, emotional distanziertes Handeln ausgerichtet ist, und die Unerfahrenheit und Unsicherheit, die zahlreiche Pflegekräfte im Umgang mit Sterbenden haben. Der erste erlebte Todesfall verknüpft sich so oft mit der Erfahrung des eigenen Versagens und führt, manchmal für die Zukunft, zu einem Ausweichen solcher Situationen. Es stellt sich die Frage, wie die in dieser Untersuchung befragten Krankenschwestern, ihren ersten und auch den für sie wichtigsten Todesfall im beruflichen Bereich erlebt haben.

Im Zuge des Teilprojekts 111 des Forschungsprojekts "Psychosoziale Situation von Sterbenden, betreuenden Familienangehörigen und professionellen Helfern in Rheinland-Pfalz" wurden 77 Krankenschwestern mit einem Fragebogen "Erfahrungen von professionellen Helfern und Helferinnen im Umgang mit Tod und Sterben" befragt. Die letzten zwei offenen Fragen, die sich mit dem ersten und wichtigsten Todesfall im beruflichen Bereich beschäftigten, wurden einer qualitativen Inhaltsanalvse unterzogen und anschließend mir anderen erhobenen Aspekten in Zusammenhang gebracht und auf statistische Signifikanz überprüft.

Die zentralen Ergebnisse bei der Frage nach dem ersten erlebten Todesfall zeigten, dass die erlebten Todesfälle allgemein ausführlich, detailliert und genau beschrieben wurden, aber hauptsächlich negativ. Es waren die jüngeren und unerfahreneren Krankenschwestern und diejenigen, die private Todesfälle erlebt haben, die mehr und ausführlicher zu dieser Frage geschrieben haben. Aber diejenigen mit privaten Todesfällen haben auch die beruflichen Todesfälle negativer erlebt. Bei der Frage nach dem wichtigsten Todesfall wurde der erlebte Todesfall viel öfter ausführlich beschrieben als bei der Frage nach dem ersten Todesfall, auch wurden mehr Todesfälle positiv erlebt als bei der Frage nach dem ersten Todesfall, aber trotzdem waren noch sehr viele negativ. Es sind die jüngeren Krankenschwestern mit wenig Patientenkontakten, die mehr und ausführlicher geschrieben haben. Es scheint so zu sein, dass gerade die Berufsanfänger ein hohes Bedürfnis haben, ihre negativen Erlebnisse zu schildern. Aufgrund dessen sollte man gerade den Berufsanfängern die Möglichkeit geben, die erlebten Todesfälle in Supervisionen aufzuarbeiten, man sollte ebenfalls deren Grundausbildung erweitern und Weiterbildungen anbieten.

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