Aktuelles
 
Mitglieder
 
Studienplan
 
Prüfungen
 
FAQ
 
Lehrveranstaltungen
 
► Diplomarbeiten
 
Praktika
 
Vorträge
 
Forschung
 
Publikationen
 
Nützliche Links
 
Kontakt

Manuela Gajdoss: Der Zusammenhang von Aggressionshemmung und Depressivität bei Frauen

Zusammenfassung

Vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Aggressionshemmung und Depressivität bei Frauen. Zur Konzeptualisierung des Konstrukts der Aggressionshemmung wurden theoretische und empirische Ergebnisse der Aggressionsforschung vorgestellt und um psychoanalytische Theorien zur Abwehr erweitert.

Depressivität wurde aus sozialpsychologischen, klinischen und psychoanalytischen Theorien als Kontinuumsvorstellung abgeleitet und mit klinischen Untersuchungsergebnissen verglichen. Die allgemein berichtete geringere Aggressivität, höhere Aggressionshemmung und häufigere depressive Erkrankung von Frauen wurde unter den Gesichtspunkten von Sozialisation, sozialer Rolle und sozial-psychologischen Ergebnissen der Forschung zu Geschlechtsunterschieden betrachtet.

Zwei standardisierte Verfahren zur Erhebung von Depressivität, Aggression und Aggressionshemmung wurden an zwei Normalstichproben weiblicher Berufsanfängerinnen eingesetzt, um den Zusammenhang von Aggression und ihrer Hemmung und Depressivität herauszuarbeiten. Überraschenderweise erwies sich das lernpsychologisch konzeptualisierte, aus der Psychoanalyse abgeleitete Konstrukt der Selbstaggression, das durch einen Faktor des FAF erfaßt wird, als Einflußvariable von Depressivität, erfaßt durch den ADSL, bei der Gruppe, die hier geringere Depressivitätswerte erzielte, während für die Aggressionshemmung kein Zusammenhang mit Depressivität in dieser Gruppe festgestellt werden konnte.

Die Ergebnisse einiger Zusatzfragen zu Weiblichkeitsentwürfen und Sozialisationserfahrungen verwiesen auf Weiblichkeitsentwürfe, die als moderierende Faktoren für den Zusammenhang von Aggressionshemmung und Depressivität in Frage kommen. Für die Berufsgruppe der Frauen, die ein traditionell weibliches Stereotyp repräsentierte, zeigte sich Aggressionshemmung als Einflußfaktor von Depressivität, nicht jedoch die Selbstaggression. Diese Gruppe unterschied sich in Höhe der Ausprägung von Aggressionshemmung und Depressivität signifikant von der Stichprobe, deren Berufswahl eine traditionell männliche Domäne repräsentiert. Beide Stichproben unterschieden sich nicht signifikant hinsichtlich der Aggressivitätsfaktoren, die durch den FAF erfaßt, eine allgemeine, nach außen gerichtete Aggressionsbereitschaft repräsentieren.

Zurück    ▲ Nach oben