Grieshuber: From
Grief to Growth. Der Einfluss sozialer Unterstützung auf das
persönliche Wachstum trauernder Eltern
Zusammenfassung
Das Ziel der vorliegenden Arbeit war, den Einfluss Sozialer
Unterstützung auf das Persönliche Wachstum trauernder Eltern aufzuzeigen. Neben
vielen anderen Einflussgrößen wird Sozialer Unterstützung eine bedeutende Rolle
im Prozess der beiden Konstrukte zugeschrieben. Die trauernden Eltern wurden
durch gezieltes Anschreiben von Trauergruppen oder persönliches Ansprechen zur
Teilnahme an der Untersuchung gewonnen. Voraussetzung für die Teilnahme war,
dass die Kinder aufgrund einer Krebserkrankung verstarben und dass sie zum
Todeszeitpunkt nicht älter als 15Jahre alt waren. Die Stichprobe setzte sich
aus 50 Müttern und 43 Vätern aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Die
interessierenden Konstrukte wurden mit folgenden Messinstrumenten erhoben:
Trauer mit der deutschen Version der Hogan Grief Reaction Checklist (HGRC, dt.
Version), Persönliches Wachstum mit dem Fragebogen zur Posttraumatischen
Persönlichen Reifung (PPR) und Soziale Unterstützung mit dem Berliner Social
Support Skalen (BSSS).
Die durchgeführten Korrelationsanalysen zeigten einen positiven Zusammenhang
zwischen der Sozialen Unterstützung und Persönlichem Wachstum. Außerdem fanden
sich Geschlechtsunterschiede bezüglich des Ausmaßes und der Suche nach Sozialer
Unterstützung. Trauernde Mütter erreichten signifikant höhere Werte als
trauernde Väter. Auch im Bereich Persönliches Wachstum wurden diese
unterschiede deutlich. Die Mütter zeigten im Vergleich zu den Vätern ein
stärkeres Maß an Persönlichem Wachstum. Dieses war im Bereich der neuen
Möglichkeiten nach dem Tod ihres Kindes für die Eltern am ausgeprägten.
Zusätzlich bestätigte sich der Prozesscharakter von Persönlichem Wachstum
dadurch, dass ein positiver Zusammenhang zwischen diesem Konstrukt und der
vergangenen Zeit seit dem Tod des Kindes besteht. Die Tatsache, dass während
einer akuten Trauerphase kein Persönliches Wachstum stattfinden kann, wurde
durch den negativen Zusammenhang zwischen der momentan empfundenen Trauer und
dem Persönlichen Wachstum der Eltern deutlich. Es zeigte sich, dass trotz einer
erheblichen Belastung während des Bearbeitens der Messinstrumente, große
Bereitschaft und starkes Interesse der trauernden Eltern an der Teilnahme der
Untersuchung bestand.
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