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Marion Muhammad-Humbert: Beziehungen zwischen dem FRT-R und dem FAST

Zusammenfassung

Mit dem Menschen als Familienwesen beschäftigt sich sowohl die Bindungstheorie als auch die Familienpsychologie. Das Bindungskonstrukt von Bowlby weist Überschneidungen mit den familienpsychologischen Konstrukten Kohäsion und Hierarchie auf. Basierend auf dem Umweltmodell von Bronfenbrenner werden in dieser Arbeit zwei Fragestellungen untersucht: Die Validierung der revidierten Form des Family Relations Tests (FRT-R) mit dem Familiensystemtest (FAST) sowie die Erhebung des Bindungstyps anhand der beiden Verfahren. Hierbei zeigt sich bezüglich der ersten Fragestellung eine partielle Übereinstimmung der Testergebnisse in Form von statistisch signifikanten Korrelationen sowohl zwischen den Itemzuordnungen zu der Figur "Herr Niemand" (FRT-R) mit Kohäsion sowie Hierarchie (FAST) als auch bezüglich der Itemzuordnungen zu den Familienmitgliedern (FRT-R) und ihrer Distanz zu der Kindfigur (FAST). Dieses Ergebnis ist aus zweierlei Gründen bemerkenswert. Zum einen ist selbst bei Familientestverfahren, die vorgeben dasselbe zu messen, oft kein Zusammenhang der Testergebnisse festzustellen. Wenn sich bei so divergenten Verfahren wie dem FRT-R und dem FAST übereinstimmende Testergebnisse zeigen, ist dies ein herausragendes Resultat. Zum zweiten liegt für die Originalversion des FRTs nur der Nachweis der Konstruktvalidität vor, und bisherige Validierungsversuche der re- vidierten FRT-Form zeigten keine befriedigenden Ergebnisse. D. h. der in dieser Arbeit gefundene Zusammenhang von FRT-R und FAST erbringt erstmalig den Nachweis der Kriteriumsvalidität für die revidierte Fassung des Family Relations Tests. Die Bindungstyp-Erhebungen lassen als Operationalisierungsversuch leider mangels Außenkriteriums keine zuverlässigen Aussagen zu. Eine kritische Betrachtung der Testverfahren, der Untersuchungsdurchführung und der Ergebnisse zeigt neben möglichen Verbesserungen die Aktualität und Wichtigkeit des FRT-Rs und der Bindungstyp-Erfassung auf.

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