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Ursula Nehrmann-Jändrosch: Erfahrungen mit Tod und Sterben im Berufsfeld: Kognitive und emotionale Aspekte des Erlebens von Ärzten und Ärztinnen im Krankenhaus

Zusammenfassung

Daß es für viele Ärzte ein heikles Thema ist, über persönliche Erfahrungen mit dem Tod zu berichten, zeigt die geringe Beteiligung im Vergleich zu anderen Bereichen dieser Untersuchung. Das emotionale Erleben, das in den Todeserfahrungen berichtet wurde, betraf die Bereiche Insuffizienz, Angst, Empathie, Akzeptanz und Wut. In der Rangfolge und in der Intensität unterschieden sich Männer von Frauen, aber auch die erste berufliche Todeserfahrung von der Wichtigsten.

Zwei Drittel der männlichen Ärzte wurden in ihrer ersten Todeserfahrung stark verunsichert bzw. empfanden sie bedrohlich, aber ein Drittel konnte sie auch in irgendeiner Form akzeptieren. Diese eher nüchterne, bejahende Haltung fand sich bei den Frauen allgemein selten. Sie erlebten aber in ihrem ersten beruflichen Tod seltener Insuffizienz und konnten eher mit den Patienten und/oder Angehörigen mitfühlen als die Männer. Ein Einfluß der ersten Todeserfahrung zeigte sich vor allem im Hinblick auf die Angst vor dem eigenen Tod und Sterben: wer damals eine positive Erfahrung machte, hat heute weniger Angst.

Der wichtigste Todesfall wurde von der Person frei gewählt und gilt deshalb als Ausdruck der aktuellen Befindlichkeit. Hier überwogen bedeutende und negativ konnotierte Erfahrungen aus den Bereichen Unzulänglichkeit, Angst und Empörung bei den Frauen und lassen das starke Bedürfnis erkennen, über belastende Erfahrungen zu sprechen. Bei einem großen Teil der männlichen Ärzte kann man die gleiche Not vermuten, aber mehr als ein Viertel berichtete auch hier positive Erfahrungen.

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