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Torsten Alf Schaarschmidt: Autoraserei - Ein experimenteller Beitrag zur Überprüfung der Terror-Management-Theorie

Zusammenfassung

Basierend auf den Gedanken Ernest Beckers konnte sich in den 80er Jahren die Terror-Management-Theorie innerhalb der Sozialpsychologie entwickeln. Darin wird ein kultureller Angstpuffer postuliert, der aus kultureller Weltsicht und dem Streben nach Aufrechterhaltung bzw. Steigerung des eigenen Selbstwertes besteht. Seiner Funktion nach schützt er den Menschen vor dem Erleben existentieller Angst, die aus dem Bewußtsein resultiert, grundsätzlich verletzlich und sterblich zu sein. Durch einen übergreifenden kulturellen Bezug, in dem das Streben nach Aufrechterhaltung bzw. Steigerung des eigenen Selbstwertes Erfüllung finden kann, wird die existentielle Angst verdrängt. Allerdings gelingt die Verdrängung der existentielle Angst nur temporär, denn schon eine direkte Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit, in der Terror-Management-Theorie als Mortalitätssalienz verstanden, kann den kulturellen Angstpuffer wesentlich bedrohen. Darüber hinaus kann der potentielle Bewertungscharakter einer öffentlichen Situation ähnlich wie Mortalitätssalienz den eigenen Selbstwert bedrohen. Aus eben diesen beiden Bedrohungen heraus kann sich das Bemühen beispielsweise auf die Aufrechterhaltung des eigenen Selbstwertes durch ein Engagement in Risikoverhalten wie rücksichtsloses Autofahren richten. Darin werden in einer Art Güterabwägung die selbstwertrelevanten Gewinne über- und die fatalen Verluste unterbetont. Selbstwertrelevante Gewinne meinen in diesem Zusammenhang, daß eine Aufrechterhaltung bzw. Steigerung des eigenen Selbstwertes erfahren wird, die wiederum als wirksamer Angstpuffer fungieren kann.

Auf der Grundlage der oben skizzierten theoretischen Überlegungen wurde eine empirische Untersuchung unter Laborbedingungen an 93 Studenten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt. Ziel der Untersuchung war es, den bereits gesicherten Befund der Originalstudie von Taubman Ben-Ari, Florian & Mirkulincer (1999) zu replizieren, daß junge Männer, die Autofahren als hoch selbstwertrelevant erleben, risikoreicheres Fahrverhalten zeigen als jene, die Autofahren als weniger selbstwertrelevant erleben, wenn vorher ihre eigene Sterblichkeit salient gemacht wurde. Dabei konnten die Befunde der Originalstudie von Taubman Ben-Ari et al. sowie die dahinterstehende Terror-Management-Theorie nicht gestützt werden, denn beide Nachweise gelangen nicht. Mögliche Fehlerquellen und Verbesserungsvorschläge wurden diskutiert.

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