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Mara
Sonnabend: Der Einfluss von Selbstprophezeiungen auf
ökologisches (Konsumenten-) Verhalten
Zusammenfassung
Wenn Menschen dazu aufgefordert werden, eine Selbstprophezeiung zu
einem normativen Verhalten zu treffen, fällt das vorhergesagte
Verhalten in der Folge sozial erwünschter aus, als bei Menschen
die diesbezüglich keine Selbstvorhersage getroffen haben. Dieser
Zusammenhang konnte bereits für vielfältige normative
Verhaltensweisen gefunden werden. In der vorliegenden Studie wurden
Selbstprophezeiungen hinsichtlich ihres Einflusses speziell auf
ökologische Verhaltensweisen untersucht. Dabei wurde einerseits
angenommen, dass ökologisches Verhalten vermehrt auftritt, wenn
Menschen aufgefordert werden, ihr zukünftiges Verhalten
diesbezüglich vorherzusagen und andererseits, dass
interindividuelle Unterschiede einen Einfluss auf die Wirksamkeit von
Selbstprophezeiungsaufforderungen insofern haben, als diese für
Menschen mit hohen Ausprägungen in Selbstwert, Umweltbewusstsein,
Altruismus und PCE zunimmt. Dies wurde an hand eines
internetgestützten Experiments an einer Stichprobe von 257
Probanden überprüft. Getestet wurde die Bereitschaft, eine
Onlinepetition für mehr Tierschutz zu unterstützen und die
Bereitschaft, mehr Biomilch zu konsumieren. Dabei zeigte sich bei der
Gesamtstichprobe ein tendenzieller Einfluss von Selbstprophezeiungs-
aufforderungen auf die Bereitschaft die Petition zu unterstützen.
Außerdem konnte ein signifikanter Einfluss von
Selbstprophezeiungsaufforderungen auf Personen mit hohem
Umweltbewusstsein, sowohl für die Bereitschaft, die Petition zu
unterstützen als auch mehr Biomilch zu konsumieren, gefunden
werden. Ein hoher Selbstwert führte dazu, den Einfluss von
Selbstprophezeiungsaufforderungen auf die Bereitschaft, die Petition zu
unterstützen, zu erhöhen und starke altruistische
Ausprägungen verstärkten die Wirksamkeit von
Selbstprophezeiungsaufforderungen auf die Bereitschaft mehr Biomilch zu
konsumieren.
Die Befunde verdeutlichen das Potenzial von
Selbstprophezeiungsaufforderungen bei Interventionen mit dem Ziel,
ökologisches Verhalten zu motivieren. Dabei sollte zur Steigerung
der Effektivität und Effizienz solcher Interventionen auf
interindividuelle Unterschiede in der Zielgruppe geachtet werden.
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