Claudia Sussek: Seelische Gesundheit,
Religiosität und religiöses coping bei Arbeitslosen
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Religiosität und
religiöses Coping einen positiven Effekt auf die Gesundheit von
Arbeitslosen haben. Obwohl sowohl Arbeitslosigkeit als auch
Religiosität in zahlreichen Studien untersucht wurden, gibt es nur
sehr wenige Forschungsarbeiten, die beide Ansätze integrieren. In
dieser Untersuchung sollen die Ansätze zusammengeführt und
das religiöse Coping mit einbezogen werden. Als Kontrollvariablen
werden dabei soziodemographische Faktoren, soziale Unterstützung
und die Kontrollüberzeugungen des Menschen angesehen.
Zur Operationalisierung der Fragestellung wurden Skalen des
Gießener Beschwerdebogens, des Trierer
Persönlichkeitsfragebogens, der Fragebogenskalen zur intrinsischen
und extrinsischen religiösen Orientierung, der Religiösen
Problemlöseskalen, des IPC Fragebogens zu
Kontrollüberzeugungen und des Stressverarbeitungsfragebogens zu
einem Erhebungsinstrument zusammengestellt. Die Stichproben wurden in
Mainz und im Ruhrgebiet gewonnen. Als Rekrutierungsorte dienten das
Arbeitsamt Mainz sowie verschiedene Selbsthilfegruppen. Insgesamt
nahmen 168 Freiwillige an der Untersuchung teil, 23 gehörten einer
anderen Grundgesamtheit an und mussten von der Untersuchung
ausgeschlossen werden. Die erwarteten positiven Auswirkungen sowohl von
Religiosität als auch von religiösem Coping auf die
Gesundheit ließen sich nicht bestätigen. Allerdings wurde
ein signifikanter Zusammenhang zwischen Religiosität und
religiösem Coping gefunden. Ein eindeutiger Effekt auf die
Gesundheit konnte den Kontrollüberzeugungen zugeordnet werden. Im
Vergleich zur Gesamtbevölkerung zeigten die Arbeitslosen ein
signifikant schlechtes Wohlbefinden.
Aufgrund der geringen Religiosität der Stichproben werden weitere
Untersuchungen mit stark gläubigen Versuchspersonen empfohlen.
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