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Nadine Trautmann: Zusammenhang zwischen Sportverhalten und den verschiedenen Aspekten des Selbstkonzepts bei Jugendlichen

Zusammenfassung

Der Selbstwert wird als zentrale Komponente psychischen Wohlbefindens angesehen. Ein Faktor, der mit einem positiven Selbstkonzept, d.h. einem hohen Selbstwert, in Verbindung gebracht wird, ist sportliche Aktivität. Empirische Befunde sprechen relativ eindeutig für einen stabilen Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und einem positiven Sport-Selbstkonzept. Insbesondere für das männliche Geschlecht wird auch häufig ein positiver Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und dem sozialen Selbstkonzept berichtet. Weniger eindeutig sind Assoziationen zwischen sportlicher Aktivität und der wahrgenommenen Attraktivität sowie sportlicher Aktivität und dem globalen Selbstwert. Geschlecht und Sportart wurden häufig als diesen Zusammenhang moderierende Variablen identifiziert.
In Anlehnung an die Studie von Pastor und Balaguer (1999) wurde der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Sporttreibens und dem mehrdimensionalen Selbstkonzept sowie zwischen der Wettkampfteilnahme und den verschiedenen Dimensionen des Selbstkonzepts untersucht. 449 Schüler der Klassen sechs bis zehn einer Gesamtschule beantworteten dazu den "Fragebogen zur Selbst- und Kompetenzeinschätzung bei Kindern" (FSK-K) von Wünsche und Schneewind (1989) sowie Fragen zu ihrem Sportverhalten.
Es zeigte sich sowohl für Jungen als auch für Mädchen ein multivariater Haupteffekt des Aktivitätsniveaus (Häufigkeit des Sporttreibens) auf das mehrdimensionale Selbstkonzept. Während für Mädchen univariate Varianzanalysen einen signifikanten Haupteffekt des Aktivitätsniveaus lediglich auf das Sport-Selbstkonzept zeigten, ergaben sich in den univariaten Varianzanalysen für Jungen signifikante Haupteffekte des Aktivitätsniveaus auf das Sport-Selbstkonzept, das soziale Selbstkonzept, die wahrgenommene Attraktivität und den globalen Selbstwert.
Der Vergleich der Mädchen, die an Wettkämpfen teilnehmen, mit den Mädchen, die nicht an Wettkämpfen teilnehmen, offenbarte zahlreiche signifikante Unterschiede zugunsten der wettkämpfenden Mädchen: Sie berichteten ein höheres sportbezogenes und soziales Selbstkonzept sowie einen höheren globalen Selbstwert. Im Vergleich der wettkämpfenden vs. nicht-wettkämpfenden Jungen fanden sich signifikante Unterschiede zugunsten der Wettkämpfer im Sport-Selbstkonzept. Zumindest tendenziell hing bei Jungen die Wettkampfteilnahme auch mit der wahrgenommenen Attraktivität zusammen.
Unabhängig von Aktivitätsniveau und Wettkampfteilnahme fanden sich beträchtliche Unterschiede im Selbstkonzept zwischen Jungen und Mädchen. Jungen zeigten ein höheres sportbezogenes Selbstkonzept, nahmen sich als attraktiver wahr und berichteten einen höheren globalen Selbstwert.
Der Vergleich mit den Ergebnissen von Pastor und Balaguer (1999) offenbart einen stärkeren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Sporttreibens und dem Selbstkonzept, aber einen schwächeren Zusammenhang zwischen der Wettkampfteilnahme und dem Selbstkonzept für deutsche als für spanische Jungen. Bei deutschen im Vergleich zu spanischen Mädchen zeigten sich stärkere Zusammenhänge zwischen Wettkampfteilnahme und Selbstkonzept.
Im Licht der vorgestellten theoretischen Ansätze und empirischen Befunde werden die Ergebnisse diskutiert.

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