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Prisca Weiser: Trauerreaktionen: Entwicklung eines Fragebogens.
Eine empirische Studie zur Untersuchung von Trauerreaktionen in der Bundesrepublik Deutschland unter Verwendung einer deutschen Version der Hogan Grief Reaction Checklist

Zusammenfassung

Das primäre Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung eines reliablen Meßinstrumentes, mit dessen Hilfe sich Trauerreaktionen, die infolge des Verlusts einer emotional nahestehenden Person durch Tod auftreten, erfassen lassen. Trotz zahlreicher Aktivitäten stehen für den deutschsprachigen Raum derzeit nur wenige geeignete Verfahren zur Verfügung, um die Reaktionen des sogenannten ‚normalen' Trauerprozesses zu messen. Die Kritik der gegenwärtig verfügbaren Instrumente betrifft neben der Vernachlässigung der Multidimensionalität des Konstrukts Trauer insbesondere auch die rational-methodische Vorgehensweise bei der Generierung der Skalen. Hogan (1987) setzte sich damit auseinander und konstruierte einen Fragebogen basierend auf Angaben von trauernden Hinterbliebenen. Es handelt sich hierbei um die Hogan Grief Reaction Checklist (HGRC), ein nach dem gegenwärtigen Forschungsstand reliables und valides Meßinstrument, mit dem sich die multidimensionale Natur des Trauerprozesses aufzeigen läßt. In Anlehnung an die HGRC wurde eigens für die vorliegende Untersuchung ein Trauerfragebogen entwickelt und anschließend einer testtheoretischen und dimensionalen Analyse unterzogen. Der 61 Items umfassende Fragebogen wurde an freiwillige Teilnehmer in der gesamten Bundesrepublik Deutschland verteilt. Die Probanden wurden über Aushänge, gezieltes Anschreiben und Ansprechen von Organisationen und Institutionen angeworben. Voraussetzung für die Teilnahme war ein Alter zwischen 18 und 55 Jahren und die Erfahrung eines subjektiv bedeutsamen Todesfalls, wobei dieses Ereignis mindestens drei Monate zurückliegen sollte. Die Analysestichprobe setzte sich schließlich aus 314 Probanden zusammen. Mit der vorliegenden Untersuchung konnte die faktorielle Struktur der HGRC weitgehend repliziert werden. Die Faktorenanalyse ergab eine Fünf-Faktoren-Lösung: "Verzweiflung und Gefühl von Distanz", "Feindseligkeit und Bitterkeit", "Körperliche Reaktionen", "Innere Stärke/persönliches Wachstum", "Kognitiver Faktor". Hinsichtlich der Validität sind aber weitere Bemühungen erforderlich, der Fokus sollte hierbei insbesondere auf den fünf Dimensionen der Trauerskala liegen. Durch den Nachweis von Beziehungen zu weiteren psychologischen Konstrukten und Hintergrundvariablen wurde die Mehrdimensionalität der Reaktionen auf einen Todesfall verdeutlicht. Befunde bisheriger empirischer Studien bezüglich Korrelationen zu weiteren psychologischen Konstrukten und Ergebnisse von Gruppenvergleichen konnten überwiegend repliziert werden.

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