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IGOR ZACHARIANTS: Akkulturation und das psychische Wohlbefinden bei russischstämmigen Studierenden

Zusammenfassung

Eine geringe Zahl von empirisch wissenschaftlich fundierten Studien zum Thema "Psychisches Wohlbefinden bei russischstämmigen Studierenden in Deutschland" veranlasste den Autor dieser Diplomarbeit sich mit diesem Thema intensiv zu beschäftigen. Solche stressgenerierenden Faktoren wie Migrationshintergrund, kulturelle Unterschiede und unterschiedliche Akkulturationserfahrungen der russischstämmigen Studierenden in Deutschland erlaubten es anzunehmen, dass diese Migranten eine Risikogruppe zur Entwicklung psychischer Auffälligkeiten darstellen. Des Weiteren wurde die Migrantengruppe in zwei weitere Gruppen unterteilt, nämlich russischstämmige Juden und Aussiedler. Es wurde ebenfalls zum Ziel der Untersuchung gesetzt, diese Migranten bezüglich der aufgestellten Hypothesen einerseits voneinander, andererseits von deutschen Studierenden zu unterscheiden.

Mit Hilfe von wissenschaftlichen Kulturtheorien gelang es zunächst, die deutsche und russische Kultur untereinander zu vergleichen. Die unteschiedlichen Ausprägungen in kulturellen Dimensionen haben eindeutig gezeigt, dass es durchaus deutliche quantitative Unterschiede zwischen der deutschen und russischen Kultur gibt.

Es wurden unterschiedliche Daten bei allen drei Studentengruppen eingesammelt. Für Zwecke der Untersuchung wurden unteranderem die soziodemographischen Daten der Probanden, der gegenwärtige Gesundheitszustand und seine Änderung, Konsumverhalten von Suchtmitteln, kulturelle Identität etc. erfasst.

Schließlich ergab eine statistische Analyse der Daten, dass alle drei Grupen sich untereinander kaum unterscheiden. Jedoch zeigte die Analyse den signifikanten Unterschied bei subjektiver Einschätzung der Häufigkeit von psychischen Erkrankungen im Jahr zwischen russischen und deutschen Studierenden. Probanden beider Migrantengruppen gaben an, öfter im Jahr psychische Auffälligkeiten zu haben. Diese Studie gibt aber keine Antwort darauf, ob es sich tatsächlich dabei um psychische Labilität oder die subjektiven bzw. kulturellspezifischen Wahrnehmung und Interpretation handelt. Außerdem fand diese Studie heraus, dass sowohl psychischer als auch physischer Gesundheitszustand sich während des Studiums bei Vertretern aller drei Gruppen tendenziell verschlechtert.

Die Ergebnisse dieser Studie lassen mehrere Interpretationen zu. Man darf annehmen, dass die Werteunterschiede zwischen deutschen und russischen Kulturen tatsächlich nicht gravierend und stark sind. Tatsache dieser Studie ist - alle drei Gruppen unterscheiden sich kaum voneinander. Erklärung hierfür könnte der studentische Status der befragten Gruppen liefern.

Wahrscheinlich besitzen Studierende mehr kognitive Möglichkeiten,  Stress und Belastung effektiv zu neutralisieren. Schlussfolgernd kann man annehmen, dass es gerade dieser Gruppe gelungen ist die neuen kulturellen Werte mit eigenen symbiotisch konfliktfrei einzuordnen und sich an die neue Kultur anzupassen.

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