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 Studienprojekt "Einstellungen zu Safer Sex"


Auf dieser Seite finden Sie die Ergebnisse des Studienprojekts "Einstellungen zu Safer Sex"

Seit 2001 steigt die Rate der HIV-Neuansteckungen in Deutschland kontinuierlich wieder an und erreichte in 2006 einen neuen Höchststand, nachdem sie zuvor jahrelang gesunken war. Besonders unter den Personen mit vergleichsweise hohem Ansteckungsrisiko scheint sich eine neue Unbesorgtheit im Umgang mit Safer Sex breit zu machen. Um die gesundheitspsychologischen Hintergründe dieser unverantwortlichen Verhaltensweisen genauer zu untersuchen, beschäftigte sich eine Gruppe von Studierenden unter der Leitung von Dipl.-Psych. Jeannine Ohlert im Rahmen der Veranstaltung „Gesundheitspsychologie in Aktion“ anhand einer Online-Befragung mit verschiedenen Fragestellungen zu dieser Thematik.

Julia Fritzsche, Meike Heier und Annette von Czarnowski untersuchten in diesem Zusammenhang, ob ein Fehlwissen über die seit einigen Jahren in Deutschland präsenten AIDS-Medikamente zu mehr sexuellem Risikoverhalten führt. Sie fanden einen schwachen Zusammenhang der beiden Faktoren.
AIDS-Medikamente - der Weg in den Leichtsinn?

Lioba Giesbert, Janet Jüchtern-Büermann und Melanie Körber gingen der Frage nach, ob sich die Kontrollüberzeugung einer Person auf ihr Safer Sex-Verhalten auswirkt. Sie konnten zeigen, dass Personen mit internaler Kontrollüberzeugung eher zu Risikoverhalten neigen als Personen, die fatalistisch attribuieren.
Auswirkungen der Kontrollübereugung auf das Safer-Sex-Verhalten

Mit Safer Sex-Gesprächen im Kreise der Peers und deren Auswirkungen auf die eigene Einstellung zu Safer Sex beschäftigten sich Anna Rosa Koch, Steffen Schmid und Amina Steinhilber, wobei hier ein Geschlechtseffekt nachgewiesen werden konnte: Bei Männern führt eine gute Qualität der Peer-Gespräche und eine positive Einstellung zu Safer Sex im Freundeskreis zu einer positiven eigenen Safer Sex-Einstellung. Bei Frauen ist die Qualität der Gespräche hingegen unerheblich - hier wirkt sich lediglich eine positive Einstellung im Freundeskreis auf die eigene Einstellung aus.
"Ist Reden doch Gold wert?" Auswirkungen von Kommunikation auf die Safer-Sex-Einstellung

Eine weitere Fragestellung zum Thema Kommunikation bearbeiteten Maribel Kölpin und Janine Renke: Der Einfluss von Selbstwirksamkeitserwartung und Kommunikationsverhalten in der sexuellen Situation auf Safer Sex-Verhalten wurde untersucht. Wider Erwarten spielte dabei die eigene Selbstwirksamkeitserwartung keine Rolle; eine Kommunikation mit dem Partner über Safer Sex hingegen führte zu erhöhtem Safer Sex-Verhalten.
Safer Sex - viele Worte, wenig Taten? Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung und Kommunikation für die Umsetzung von Safer-Sex-Verhalten im Geschlechtervergleich

Bei Johanna Pretsch, Martina Rifati und Nicole Simon stand die Frage im Vordergrund, inwiefern sich eigenes Stereotypenwissen und wahrgenommene Vulnerabilität auf das Risikoverhalten auswirken, wobei schwache Zusammenhänge der Variablen gefunden wurden.
Beeinflusst vorurteilsbehaftetes Wissen über AIDS/HIV die Risikowahrnehmung und somit das Safer Sex Verhalten in der Situation?

Nelli Rotacker, Eva Schaller und Kinga Tarcsafalvi beschäftigten sich mit Selbstwert und Alter der Personen. Sie fanden schwache Zusammenhänge zwischen Selbstwert, Alter und Safer Sex-Verhalten, allerdings nicht in die vermutete Richtung: Personen mit höherem Selbstwert (und ältere Personen) neigen eher zu sexuellem Risikoverhalten als Personen mit geringerem Selbstwert.
HIV-Risiko: Eine Frage des Selbstwerts?

Durch einen Klick auf den Titel können Sie sich die Posterpräsentationen zu den einzelnen Fragestellungen nochmals im Detail ansehen. Bitte beachten Sie beim Betrachten der Ergebnisse, dass es sich nicht um eine systematische Studie handelte, da vor allem die Auswahl der Stichprobe per Schneeballsystem und somit nicht randomisiert erfolgte. Eine Übertragung der Ergebnisse von dieser vor allem aus Studierenden und Schülern bestehenden Stichprobe auf die Allgemeinbevölkerung ist daher nicht zulässig. Nichtsdestotrotz stellen die Resultate sicherlich interessante Anregungen für weitere Untersuchungen dar.

Falls Sie noch weitere Fragen zu diesem Projekt oder zu einzelnen Ergebnissen haben, können Sie sich gerne an Frau Ohlert wenden.

Dipl.-Psych. Jeannine Ohlert
Tel.: 06131 - 392 4403
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